Wenn Wasser zur Gefahr wird: STRABAG schult für den Ernstfall

18.6.2026, Text: Melissa de Sousa, KV-Lernende
Am und im Wasser zählt jede Sekunde. Genau dafür haben sich STRABAG Mitarbeitenden an der Reuss fit gemacht. Im Wasserrettungskurs lernten sie, Gefahren früh zu erkennen, richtig zu reagieren und sich dabei selbst nicht in Gefahr zu bringen.
Teilnehmende eines Wasserrettungskurses stehen in Schutzkleidung auf Felsen am Flussufer und beobachten die Strömung des Wassers. © STRABAG
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Viele STRABAG Baustellen liegen direkt am oder im Wasser, an Flüssen, Bächen oder in Bereichen, die bei Unwetter schnell überflutet werden könnten. Was viele unterschätzen: Schon 40 Zentimeter fliessendes Wasser reichen aus, um einen Menschen von den Beinen zu reissen. Strömendes, kaltes Wasser ist eine der unterschätztesten Gefahren überhaupt und im Ernstfall bleibt selten Zeit, lange zu überlegen. Damit die eigenen Mitarbeitenden in solchen Situationen wissen, was zu tun ist und vor allem, was nicht, hat STRABAG gemeinsam mit der Firma Profiwelt.ch / rescuePro einen praxisnahen Wasserrettungskurs durchgeführt.

Geschult nach internationalem Standard

Durchgeführt wurde der Kurs von den erfahrenen Ausbildnern von Profiwelt.ch / rescuePro. Geschult wird dabei nach dem Konzept von Rescue 3, einem international anerkannten Standard für Strömungsrettung, der seit 1979 weiterentwickelt wird.
Begonnen hat alles mit einer theoretischen Einführung: Wie verhält sich fliessendes Wasser? Wo lauern Gefahren wie Hindernisse? Und vor allem, wie funktioniert die Ausrüstung? Bevor es ans Wasser ging, lernten die Teilnehmenden ihr wichtigstes Sicherheitsgerät kennen: die Rettungsweste.

Die richtige Weste macht den Unterschied

Im Kurs kamen zwei Arten von Westen zum Einsatz. Für das aktive Arbeiten in der Strömung nutzten die Teilnehmenden Auftriebswesten aus Schaumstoff, die dauerhaft Auftrieb geben und volle Bewegungsfreiheit lassen. Zusätzlich testeten sie automatische Rettungswesten: Diese trägt man bequem wie einen Kragen, fällt man ins Wasser, lösen sie bei Kontakt selbstständig aus und blasen sich über eine CO₂-Patrone in Sekunden fest auf. Genau diese Bauart eignet sich ideal für Arbeiten am Wasser, weil sie im Alltag kaum stört und erst dann wirkt, wenn es darauf ankommt.

Praxis pur an der Reuss

Der spannendste Teil fand direkt an der Reuss statt. Im fliessenden Wasser übten die Teilnehmenden, was sie zuvor in der Theorie gelernt hatten. Die wichtigste Regel dabei: Selbstschutz geht immer vor. Die klare Reihenfolge lautet: zuerst ich selbst, dann das Team, dann die betroffene Person, zuletzt das Material. Wer sich selbst in Gefahr bringt, wird vom Helfer zum nächsten Opfer.

Gelernt und geübt wurde unter anderem:

Wichtig war den Ausbildern auch der Grundsatz, sich nie fest an einem Seil zu fixieren und stets einen «Plan B» parat zu haben, falls die erste Idee nicht funktioniert.
Am Ende des Tages waren sich alle einig: Es war eine Erfahrung, die Sicherheit und Selbstvertrauen schenkt und im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen kann.

  • «Fliessendes Wasser verzeiht keine Fehler. Genau deshalb üben wir, bis das richtige Verhalten zum Reflex wird.»

    Leiter Wasserrettungskurs
    Rescue Publication GmbH
  • «Ich hätte nie gedacht, wie schnell man im Wasser an seine Grenzen kommt. Nach diesem Tag gehe ich mit einem ganz anderen Respekt aber auch mit viel mehr Sicherheit an unsere Arbeiten am Wasser.»

    Andreas Suter
    Bauführer, STRABAG AG