Wenn Wasser zur Gefahr wird: STRABAG schult für den Ernstfall
Viele STRABAG Baustellen liegen direkt am oder im Wasser, an Flüssen, Bächen oder in Bereichen, die bei Unwetter schnell überflutet werden könnten. Was viele unterschätzen: Schon 40 Zentimeter fliessendes Wasser reichen aus, um einen Menschen von den Beinen zu reissen. Strömendes, kaltes Wasser ist eine der unterschätztesten Gefahren überhaupt und im Ernstfall bleibt selten Zeit, lange zu überlegen. Damit die eigenen Mitarbeitenden in solchen Situationen wissen, was zu tun ist und vor allem, was nicht, hat STRABAG gemeinsam mit der Firma Profiwelt.ch / rescuePro einen praxisnahen Wasserrettungskurs durchgeführt.
Geschult nach internationalem Standard
Durchgeführt wurde der Kurs von den erfahrenen Ausbildnern von Profiwelt.ch / rescuePro. Geschult wird dabei nach dem Konzept von Rescue 3, einem international anerkannten Standard für Strömungsrettung, der seit 1979 weiterentwickelt wird.
Begonnen hat alles mit einer theoretischen Einführung: Wie verhält sich fliessendes Wasser? Wo lauern Gefahren wie Hindernisse? Und vor allem, wie funktioniert die Ausrüstung? Bevor es ans Wasser ging, lernten die Teilnehmenden ihr wichtigstes Sicherheitsgerät kennen: die Rettungsweste.
Die richtige Weste macht den Unterschied
Im Kurs kamen zwei Arten von Westen zum Einsatz. Für das aktive Arbeiten in der Strömung nutzten die Teilnehmenden Auftriebswesten aus Schaumstoff, die dauerhaft Auftrieb geben und volle Bewegungsfreiheit lassen. Zusätzlich testeten sie automatische Rettungswesten: Diese trägt man bequem wie einen Kragen, fällt man ins Wasser, lösen sie bei Kontakt selbstständig aus und blasen sich über eine CO₂-Patrone in Sekunden fest auf. Genau diese Bauart eignet sich ideal für Arbeiten am Wasser, weil sie im Alltag kaum stört und erst dann wirkt, wenn es darauf ankommt.
Praxis pur an der Reuss
Der spannendste Teil fand direkt an der Reuss statt. Im fliessenden Wasser übten die Teilnehmenden, was sie zuvor in der Theorie gelernt hatten. Die wichtigste Regel dabei: Selbstschutz geht immer vor. Die klare Reihenfolge lautet: zuerst ich selbst, dann das Team, dann die betroffene Person, zuletzt das Material. Wer sich selbst in Gefahr bringt, wird vom Helfer zum nächsten Opfer.
Gelernt und geübt wurde unter anderem:
- Vom sicheren zum riskanten Vorgehen: Zuerst rufen, dann etwas hinreichen, dann einen Wurfsack werfen und erst als letzte Option selbst ins Wasser. Je näher man dem Wasser kommt, desto höher das Risiko.
- Den Fluss lesen: Strömung, Aussen- und Innenkurven, Walzen und gefährliche Hindernisse richtig einschätzen.
- Der Wurfsack: Wie man ihn richtig wirft, die Distanz einschätzt und Kontakt zur betroffenen Person hält.
- Klare Kommunikation: Eindeutige Hand und Pfeifsignale, damit sich das Team auch über die laute Strömung hinweg versteht.
- Verhalten als Betroffener: Ruhig bleiben, die Atmung kontrollieren und sich aktiv in Sicherheit bringen, solange noch Kraft da ist.
Wichtig war den Ausbildern auch der Grundsatz, sich nie fest an einem Seil zu fixieren und stets einen «Plan B» parat zu haben, falls die erste Idee nicht funktioniert.
Am Ende des Tages waren sich alle einig: Es war eine Erfahrung, die Sicherheit und Selbstvertrauen schenkt und im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen kann.