Historisches Ortsbild trifft auf moderne Infrastruktur
Eine besondere Aufgabe für das Team von STRABAG, denn gebaut wird auf engem Raum, während Geschäfte, Wohnhäuser und die charakteristischen Weinkeller entlang der Strasse jederzeit zugänglich bleiben müssen.
Wilchingen liegt im Klettgau im Kanton Schaffhausen und ist weit über die Region hinaus als Weindorf bekannt. Ebenso prägend wie die Reben rund um den Ort ist der historische Dorfkern. Das seit dem Spätmittelalter weitgehend erhaltene Ortsbild von nationaler Bedeutung wird von der auffällig breiten Hauptstrasse und einer beinahe geschlossenen Häuserfront geprägt.
Genau hier ist STRABAG derzeit auf einer rund 400 Meter langen Baustelle tätig. Im Auftrag des Kantons Schaffhausen wird die Infrastruktur entlang der Hauptstrasse erneuert und gleichzeitig der öffentliche Raum aufgewertet. Die Länge der Baustelle ist dabei nur eine Herausforderung: Gearbeitet wird auf einem vergleichsweise schmalen Streifen unmittelbar vor den angrenzenden Gebäuden. Besondere Rücksicht gilt den örtlichen Winzerbetrieben. Ihre zur Strasse hin geöffneten Weinkeller müssen auch während der Bauarbeiten jederzeit erreichbar bleiben.
Barrierefrei und passend zum historischen Dorfkern
Auf der gesamten Länge wird das Trottoir neu und behindertengerecht gestaltet. Künftig liegt es auf gleicher Höhe wie die Fahrbahn. Dadurch verschwinden Kanten und Stufen, die für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ein Hindernis darstellen können.
Die optische Trennung zwischen Fahrbahn und Fussgängerbereich bleibt dennoch klar erkennbar: Das neue Trottoir wird mit Pflastersteinen ausgeführt. Damit fügt sich die Gestaltung harmonisch in das historische Erscheinungsbild des Dorfes ein. Gepflasterte Bereiche zwischen Strasse und Hausfassaden sind schon heute an zahlreichen Gebäuden zu finden und gehören damit zum vertrauten Bild der Wilchinger Hauptstrasse.
Auch die Bushaltestelle mitten im Dorfkern wird in die Arbeiten einbezogen. Auf beiden Seiten der Hauptstrasse werden die Haltekanten erhöht und barrierefrei ausgestaltet.
Bauen von zwei Seiten
Auf einem östlichen Teilstück werden zusätzlich die Stromleitungen erneuert. Daraus ergibt sich ein Vorteil für den Bauablauf: Die Arbeiten können von beiden Seiten gleichzeitig voranschreiten. Während auf der westlichen Seite bereits Pflasterarbeiten ausgeführt werden, erfolgt von der östlichen Seite her die Erneuerung der Stromleitungen. So arbeiten sich die Teams Schritt für Schritt aufeinander zu.
Karl Oberascher, Bauführer bei STRABAG und verantwortlich für das Projekt: «Die Baustelle in diesem historischen und bekannten Weindorf ist schon etwas sehr Spezielles. Manchmal stören wir halt, und gerade für die Winzer ist wichtig, dass die Zufahrt zu den Weinkellern dauernd gewährleistet ist. Aber der Kontakt mit den Menschen hier ist meistens sehr herzlich.»
Nach Abschluss dieser Arbeiten folgt im Jahr 2027 ein weiterer Baustein der Erneuerung: Die sanierungsbedürftige Fahrbahn der Hauptstrasse soll neu asphaltiert werden.
Am Ende entsteht so weit mehr als eine erneuerte Strasse. Die Hauptstrasse von Wilchingen verbindet künftig Barrierefreiheit und eine moderne Infrastruktur mit einer Gestaltung, die den besonderen Charakter des historischen Weindorfs bewahrt.
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