Ausgleichsbecken Islas in Bergün von STRABAG erfolgreich saniert

05.10.2026
Das Ausgleichsbecken Islas bei Bergün musste umfassend instandgesetzt werden. Der STRABAG Ingenieurbau – verantwortliche Technische Leiterin war Melanie Broder – führte die aussergewöhnlichen Arbeiten aus.
Perspektive aus Distanz mit Blick auf halbes Becken mit Maschinen und Bauerarbeitern auf dem Bild © STRABAG
© STRABAG

Umfassende Erneuerung statt punktueller Reparaturen

1966 als zentrales Element der Kraftwerksstufe Bergün-Filisur in Betrieb genommen, wird im Ausgleichsbecken Islas sowohl das Wasser der Albula wie auch das bereits genutzte Wasser des Kraftwerkes Tischbach gesammelt und dem Druckstollen nach Filisur zugeführt. Nach jahrzehntelangem Einsatz wies dieses Ausgleichsbecken altersbedingte Schäden auf, die eine grundlegende Erneuerung notwendig machten. Im Rahmen der periodischen Zustandsbeurteilungen wurden insbesondere an der Böschungsabdichtung oberhalb der Kote 1’413 M.ü.M. erhebliche Schäden an der Dichtungs- und Binderschicht sowie an den Bauwerksanschlüssen festgestellt.

Aufgrund des Anlagenzustands erwiesen sich lokale Reparaturen nicht mehr als zielführend. Um Undichtigkeiten, mögliche Schäden am Untergrund sowie Energieverluste langfristig zu verhindern, wurde eine flächige Sanierung erforderlich. Die Beckensohle befand sich dabei zwar insgesamt in gutem Zustand, dennoch waren punktuelle Anpassungen auch an den Ein- und Auslaufbauwerken sowie an den Drainageschächten notwendig. STRABAG wurde mit diesem Projekt beauftragt. Mit der umfassenden Instandsetzung des Ausgleichsbeckens Islas haben die Albula-Landwasser Kraftwerke AG gemeinsam mit ihrer Mehrheitsaktionärin Axpo eine wichtige Investition in die langfristige Versorgungssicherheit und den zuverlässigen Betrieb der Wasserkraftanlagen in Graubünden abgeschlossen.

Komplexe Instandsetzungsarbeiten im Hochgebirge

Die Bauarbeiten wurden zwischen Juni 2026 und September 2026 durchgeführt. Sie beinhalteten den Ersatz von rund 4’600 m² Abdichtungs- und Binderschichten im Böschungsbereich. Zudem wurden sämtliche Anschlussfugen zwischen den Betonbauwerken und der Asphaltabdichtung erneuert. Ergänzend erfolgten lokale sowie flächige Betoninstandsetzungen an den bestehenden Bauwerken. Weiter wurden Drainageschachtabdeckungen ersetzt, Werkleitungskanäle erstellt und eine neue Schussrinne für die Einleitung des Tischbachs gebaut.

Perspektive entlang frisch betonierter Schussrinne aufwärts mit Betriebsgebäude im Hintergrund © STRABAG

Stromproduktion trotz Bauarbeiten sichergestellt

Um den Kraftwerksbetrieb während der Bauzeit sicherzustellen und Energieverluste zu vermeiden, wurden vorgängig ein neues Entlastungsbauwerk sowie eine temporäre Überleitung des Tischbachs realisiert. Dadurch konnte die Energieproduktion der Kraftwerksstufe Filisur während der gesamten Bauphase aufrechterhalten werden. Zwar war die Flexibilität der Produktion zeitweise eingeschränkt, da das Ausgleichsbecken nicht für die Wasserspeicherung genutzt werden konnte, die Stromerzeugung blieb jedoch gewährleistet. Das neu erstellte Entlastungsbauwerk verbleibt dauerhaft in der Anlage und erhöht die betriebliche Sicherheit auch für die Zukunft.

Beitrag zur Energieversorgung

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Sanierungsarbeiten ist ein zentraler Bestandteil der Wasserkraftinfrastruktur im Albulatal für die kommenden Jahrzehnte gesichert. Die umfassende Erneuerung erhöht die Betriebssicherheit, reduziert das Risiko von Energieverlusten und sichert die zuverlässige Nutzung einer erneuerbaren Energiequelle. Die Investition leistet damit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung der Region und unterstützt die langfristige Stromproduktion der Albula-Landwasser Kraftwerke und Axpo, die jährlich Energie für rund 90'000 Vierpersonenhaushalte bereitstellen.

Perspektive mit fast gesamtem Ausgleichsbecken und Bergwelt im Hintergrund © STRABAG

Starke Teamleistung über Ländergrenzen hinweg

Gruppenleiterin Melanie Broder zum Abschluss dieses Projektes: «Dieses Projekt war nicht nur aufgrund der beeindruckenden Bergwelt, sondern auch wegen der anspruchsvollen Baulogistik aussergewöhnlich. Besonders hervorzuheben ist die hervorragende Zusammenarbeit im gesamten Team. Die Unterstützung unserer Kolleginnen und Kollegen vom STRABAG Verkehrswegebau aus Bad Hersfeld in Deutschland war dabei ein wichtiger Beitrag zum erfolgreichen Gelingen dieses Projektes.

  • Drei Fragen an die Technische Gruppenleiterin ... Melanie Broder

    Dieses Bauprojekt ist sehr eindrücklich, aber hinter jeder Baustelle stehen auch die Menschen ... Wir schauen hinter die Kulissen und haben Technische Gruppenleiterin Melanie Broder direkt ins Rampenlicht geholt:
Melanie Broder in Nahaufnahme an Wand lehnend im Profil mit Helm und PSA © STRABAG

Woran wirst du dich persönlich an dieses Projekt zurückerinnern?

Der Satz «Steil ist geil.» bekam auf dieser Baustelle eine ganz neue Bedeutung. Beinahe sämtliche Arbeiten fanden im Gefälle statt und stellten uns immer wieder vor besondere Herausforderungen.

Es gibt in der Welt des Bauens nach wie vor nicht gleichviele Frauen wie Männer. Welche Empfehlung gibst du jungen Frauen, die sich für diese Branche interessieren?

Traut euch und geht euren eigenen Weg. Die Baubranche bietet spannende Aufgaben, viel Verantwortung und die Möglichkeit, wirklich etwas zu bewegen. Und das in tollen Teams, in denen man gemeinsam viel erreichen kann. Entscheidend ist nicht das Geschlecht, sondern Fachwissen, Engagement und Durchhaltevermögen.

Was magst du an der Baubranche?

Dass am Ende des Tages etwas steht, das vorher nur auf Papier existiert hat. Ich mag die Mischung aus Technik, Menschen, Tempo und Herausforderungen. Langweilig wird es auf dem Bau definitiv nie.

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