Zürich Bachtobelstrasse: Enge Platzverhältnisse, grosser Tiefgang

23.7.2026, Text: Andres C. Nitsch
An der Bachtobelstrasse in Zürich entsteht ein Mehrfamilienhaus. STRABAG wurde für die Gewerke Pfahlgründung, Verbau und Spriessung beauftragt.
Bohrer vor einer Reihe von Stahlträgern der Rüphlwand. © STRABAG
© STRABAG

Im Quartier Binz in Zürich entsteht mitten in einem Wohnquartier ein Mehrfamilienhaus als Ersatz für ein älteres, kleineres Wohngebäude. Der Platz ist ausserordentlich eng und muss bestmöglich ausgenutzt werden. Das heisst, dass mit einer Rühlwand – die mit der Ausnahme von zwei Stellen rund um die Baugrube herumführt – die Baugrube gesichert werden muss. Als zweite Aufgabe für das Team des STRABAG Spezialtiefbaus muss eine grosse Zahl von Tragpfählen gebohrt und platziert werden, auf denen später das eigentliche Gebäude zu stehen kommt. STRABAG wurde mit diesen zwei Bohraufgaben beauftragt.

Rühlwand als Baugrubenabschluss

Die Rühlwand wurde mit nur wenigen Zentimetern Abstand innerhalb der Parzellengrenze platziert. Für 42 Stahlträger wurden dazu die entsprechenden Löcher gebohrt und dann die Doppel-T-Stahlträger eingelassen. Zurzeit ragen die Stahlträger noch rund einen Meter aus dem Boden und bilden den Baugrubenabschluss. Nach Fertigstellung des Bauwerks wird alles bis unter die Geländeoberkante zurückgebaut, so dass nichts mehr zu sehen ist.

Bis 22 Meter tiefe Tragpfähle

Innerhalb der von der Rühlwand gesicherten Baugrube werden 52 Tragpfähle versenkt, das heisst die entsprechenden Bohrlöcher gegraben, anschliessend mit Armierungseisen verstärkt und mit Beton ausgegossen. Die Pfähle sind je nach Lage und der zu erwartenden Belastung unter dem zu bauenden Gebäude bis 22 Meter tief. Die Oberkante liegt weit unterhalb der heutigen Geländeoberkante. Sobald später im Bauverlauf die Baugrube wie geplant ausbaggert wurde, haben die Tragpfähle dann die passende Oberkante.

Technische Zahlen

  • Drei Fragen an den Bauführer ... Lutz Göbel

    Ein Bauprojekt ist echtes Teamwork aus den verschiedensten Berufen ... Wir schauen hinter die Kulissen und haben Lutz direkt ins Rampenlicht geholt:
Der Bauführer arbeitet im Büro an einem Bauplan, der an einer Magnetwand befestigt ist.

Was fasziniert dich an dieser Baustelle besonders?

Die Baustelle liegt mitten in einem dicht bebauten Wohngebiet in Zürich. Was in der Öffentlichkeit immer wieder diskutiert wird, nämlich die Verdichtung des Raums, findet hier konkret statt. Es ist unter diesem Aspekt ein sehr aktuelles Projekt.

Wie kannst du dich als Spezialtiefbauer gut in dieses Projekteinbringen?

Der Spezialtiefbau ist ein Gewerk, wo mit sehr grosskalibrigem Gerät und schwerem Werkzeug doch sehr genau gearbeitet werden muss. Es zeigt sich, dass trotz sich wiederholender Arbeitsabläufe und Routinen es immer wieder Stellschrauben gibt, die gedreht werden müssen, um eine gute Qualität abzuliefern und effizient zu arbeiten.

Was fasziniert dich generell am Beruf des Bauleiters?

Ich erlebe Bauen als kreativen Prozess, bei dem das Ergebnis klar vorgegeben ist, jedoch der Weg dahin sehr selbständig gestaltet werden kann. Es werden langlebige Produkte hergestellt – oder leisten einen Beitrag dazu – die viele Jahre und Jahrzehnte von den künftigen Nutzerinnen und Nutzern hoffentlich als positiv erlebt werden, gerade wenn es um die Qualität des Bauens geht.