Zürich, N 4.1.5 Uetlibergtunnel




Der Uetlibergtunnel ist Teil der Westumfahrung Zürich N4/N20 und verbindet die Umfahrung Birmensdorf (N20.1.4) im Westen mit der bestehenden Nationalstrasse Zürich-Chur (A3) im Osten. Das Projekt umfasst zwei parallele Röhren von je rund 4.4 km Länge.

In Wannenboden (Wettswil) und Gänziloo (Zürich Brunau) wurde je eine Baugrube erstellt. Von Wannenboden aus erfolgt der Vortrieb der Lockergesteinsstrecke Gjuch und der Molassestrecke Eichholz, von Gänziloo aus jener der Lockergesteinsstrecke Juchegg.

In Landikon (Reppischtal) wurde eine 230 m lange Baugrube ausgehoben, von der aus die Lockergesteinsstrecke Diebis, die anschliessende Molassestrecke Uetliberg sowie der Abluftstollen Eichholz erstellt werden.

Die drei schwierigen Lockergesteinsstrecken Gjuch, Diebis und Juchegg werden konventionell in der Kernbauweise (Ablauf: 1. Oberer und unterer Paramentstollen / 2. Kalotte / 3. Kern / 4. Sohle) bis in die unverwitterte Molasse vorgetrieben. Dazu sind teilweise sehr umfangreiche Bauhilfsmassnahmen notwendig (z.B. Injektionen, Grundwasserspiegelabsenkungen, entwässernde Vorausbohrungen). Die Ausbruchsicherung besteht in allen Lockergesteinsstrecken aus Stahlbögen im Abstand von 1 m und stahlfaserarmiertem Spritzbeton von 25 cm Stärke.

Die Molassestrecke Eicholz wird im Anschluss an die Lockergesteinsstrecke Gjuch unterteilt in Kalotte, Kern, Paramente links/rechts und Sohle ausgebrochen. Dabei erfolgt der Kalottenausbruch im Sprengvortrieb, während der Rest des Profils mittels reissen und schrämmen abgebaut wird. Die Felssicherung besteht in der Regel aus netzarmiertem Spritzbeton und Felsankern. In kritischen Zonen, insbesondere im Bereich der Unterfahrung des bestehenden SBB-Landikontunnels, werden Stahlprofile eingebaut.

Die Molassestrecke Uetliberg wird aus der Baugrube Reppischtal im Anschluss an die Lockergesteinstrecke Diebis aufgefahren. Dabei wird zuerst mit einer Tunnelbohrmaschine (Durchmesser 5.00 m) ein im Zentrum des Tunnelprofils angeordneter Pilotstollen auf die gesamte Länge ausgebrochen.
In einer zweiten Phase wird das Pilotstollenprofil mit einer Tunnelbohrerweiterungsmaschine TBE (variabler Ausbruchdurchmesser 14.20 bis 14.40 m) in Hinterschneidtechnik zum endgültigen Vollprofil ausgeweitet. Die Maschine wird dazu im vorgängig gefrästen Pilotstollen verspannt.
Die Ausbruchsicherung besteht aus 20-30 cm netzarmiertem Spritzbeton und Ankern. In kritischen Zonen ist der Einbau von Stahlprofilen möglich.

Bauherr
Baudirektion Kanton Zürich
Tiefbauamt
CH-8001 Zürich

Ausführung
Ausführung in Arbeitsgemeinschaft